Denia Dogs e.V. | Der Verein
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Der Verein

Der Verein

Der Verein Denia Dogs e.V. wurde im Februar 2006 offiziell gegründet. Doch das war nicht der Anfang von allem. Wie alles begann, wie es weiter ging und was es sonst noch so zu wissen gibt, möchten wir auf den nächsten Seiten einmal berichten.

Die Vereinsgeschichte

Die ersten Jahre

Der Verein Denia Dogs e.V. wurde im Februar 2006 offiziell gegründet. Doch das war nicht der Anfang von allem. Zwei Jahre zuvor wurde unserer Herma, die ihren Lebensabend in ihrem Haus in Spanien eigentlich nur genießen wollte, bewusst, dass in ihrer neuen Wahlheimat einiges im Argen lag. Fern des Alltagsstresses, mit jeder Menge Zeit, waren die Augen plötzlich weit geöffnet für all‘ das Elend was um sie herum geschah. Ob beim Einkaufen in den Dörfern oder bei einem Spaziergang in den Bergen, immer wieder begegnete sie Streunern.

Die Situation vor Ort war noch vor nur 15 Jahren um einiges dramatischer als heute. Der Tierschutz in Spanien steckte gerade erst in den Kinderschuhen. Meist waren es gerade Menschen anderer Nationen, welche sich in der Gegend niedergelassen hatten, die sich bemühten aus einem der vielen Tötungsstationen der Gemeinden Tierheime werden zu lassen, denn man hatte kaum eine Chance einen Streuner in einer Perrera abzugeben, ohne dass er nach 14 Tagen getötet werden würde.

Herma schloss sich einem kleinen Verein in Denia an und nahm in der folgenden Zeit viele Pflegehunde, darunter auch Flaschenkinder bei sich auf. Von Hunden hatte sie damals, außer von ihrer eigenen Jack-Russell-Hündin, die sie aus Deutschland mitbrachte, keine Ahnung. Sie wuchs mit ihren Aufgaben. Und sie bemühte sich auch in ihrem alten Umfeld in Deutschland Pflege- und Endstellen zu finden. Schnell bildete sich eine kleine Gruppe von Leuten, die Herma bei der Vermittlung der Hunde helfen wollte. Bei einem gemeinsamen Grillabend entstand schlussendlich die Idee, einen Verein zu gründen. Denia Dogs e.V. war geboren. Seit der Eintragung ins Vereinsregister ist er als gemeinnützig anerkannt.

Bald reichte Hermas Haus nicht mehr aus, daher mietete sie ein Casa de Campo mit Grundstück für sich und die Hunde. Damals noch ohne Strom und ohne fließend Wasser und ziemlich weit ab vom Schuss. Zu der Zeit war es noch nicht besonders kompliziert, die Hunde nach Deutschland zu vermitteln und einreisen zu lassen. Im Grunde genügte es, die notwendigen Impf- und Chipbestimmungen einzuhalten. Viele der Hunde reisten mit Flugpaten. Meist waren das Leute, die das Wochenende in ihrem Ferienhaus verbracht hatten und regelmäßig pendelten. Herma kümmerte sich in Spanien nicht nur um die Versorgung der Hunde und Bilder und Informationen für die Vermittlungsarbeit, sondern auch darum die Hunde zu den Tierärzten und zum Flughafen zu bringen. Oftmals saß sie mehr als 800 km in der Woche im Auto. Schnell entwickelten sich auch Kontakte in Spanien zu anderen Tierschützern und Pflegefamilien, mit denen sie teilweise noch heute zusammenarbeitet und auch das Team in Deutschland wuchs. Pflegefamilien und Vermittler waren nun mehr deutschlandweit verstreut, was zur Folge hatte, dass sämtliche Arbeitsabläufe strikter und professioneller wurden. Die Kommunikation über den internen Mailverteiler klappte sehr gut. Trotzdem war es wie in jedem Team, irgendwann gab es auch mal nicht so rosige Zeiten.

Der Vorstand wechselte nachdem herauskam das Schutzgebühren im fünfstelligen Bereich unbemerkt beiseite geschafft worden waren. Währenddessen fütterte Herma die Hunde in Spanien weiterhin aus eigener Tasche. Kündigte sogar ihre Lebensversicherungen und belieh ihr Haus um die Tierarztrechnungen zahlen zu können und krempelte ihr Leben von Grund auf um. Die Zahl der Hunde wuchs und somit war keine Zeit mehr für schick Essen gehen oder für den Golfclub. Der Verein berappelte sich nach dieser Betrugsaffäre wieder und wurde transparenter.

Das Tierheim Vedama Oliva

Im Jahr 2011 entstand durch eine Handvoll Spanierinnen das Tierheim in Oliva. Nach zähen Verhandlungen schafften sie es, aus der ehemaligen Tötungsstation ein Tierheim entstehen zu lassen. Als Bedingung für die Nutzung des Geländes mussten dort alle herrenlosen Hunde der Region aufgenommen werden. Der Tierschutzverein Vedama entstand und Herma war mittendrin. Durch ihre langjährigen Erfahrungen half sie dem Verein auf die Beine zu kommen und schulte die ehrenamtlichen Helfer im Umgang mit den Hunden und zum Beispiel darin Krankheiten zu erkennen.

Da der Verein in der Region als Tierheim noch keine Lobby hatte und die Menschen der Umgebung in einem Tierheim wahrscheinlich eher in letzter Instanz nach einem Hund suchten, füllte sich das Tierheim schneller mit Hunden als gedacht. Denia Dogs e.V. nahm sich der Hunde an, fotografierte, sammelte Infos und versucht seitdem die Hunde in Deutschland zu vermitteln. Inzwischen ist das Tierheim eines der schönsten der Region.

Der Name ist Programm

Der Name des Vereins ist nicht willkürlich gewählt. Denia, eine kleine hübsche Hafenstadt an der Costa Blanca, ist Namensgeber und steht stellvertretend für den Umkreis unseres Tätigkeitsbereiches. Wobei der ursprüngliche Bereich in Laufe der Jahre mehrere Male erweitert wurde.
Neben Hermas Hunden und den Hunden des Tierheims Vedama, fand man auch viele Hunde aus der Perrera in Cieza und von einigen privaten Tierschützern auf den Vermittlungsseiten. Der Verein vermittelte durchschnittlich 345 Hunde in Jahr, an jedem Tag des Jahres einen.

10 Jahre Denia Dogs e.V.

Kurz vor dem 10-jährigen Vereinsbestehen, im August 2015, kam es erneut zu Differenzen innerhalb des Teams. Der Vorstand wechselte in allen Positionen nach einer notfallmäßig einberufenen Mitgliederversammlung und wochenlanger Handlungsunfähigkeit. Mit vereinter Kraft und trotz aller Steine, die ihm in den Weg gelegt wurden, wurde der Verein ein zweites Mal am Leben erhalten.

Im Mai 2016 feierte das Team von Denia Dogs sein 10-jähriges Jubiläum und 4.000 glücklich vermittelte Hunde mit einem großen bunten Fest.
Mit dem Fest begann für das Team die Zeit der Erneuerungen, denn in den 10 Jahren hat sich die Tierschutzarbeit weiterentwickelt.

Zeit für Veränderungen

Mit dem Jubiläum begann für das Team die Zeit der Erneuerungen, denn in den 10 Jahren hat sich die Tierschutzarbeit weiterentwickelt. Seit 2014 fordert das Tierschutzgesetz, gemäß §11 eine Erlaubnis für die Vermittlung, den Handel und das Verbringen von Tieren. Die aktuelle Erlaubnis erhielt der Verein im Februar 2017 und mit ihr einige Auflagen, die das Vermitteln und Einführen der Hunde regeln. So erfordert die Einfuhr jedes Hundes ein, vom spanischen Veterinäramt ausgestelltes, Traces-Dokument. Ohne dieses kann der Hund nicht nach Deutschland einreisen. Um diese und alle anderen Auflagen erfüllen zu können, war es notwendig, die Vermittler in der nötigen Sachkunde zu schulen. Nach und nach besuchten oder besuchen alle Vermittler daher ein anerkanntes Sachkundeseminar und sind mit der Eintragung als Verantwortliche Person in die Erlaubnis berechtigt, Hunde zu vermitteln und Pflegestellen zu betreuen. Seit 2013 ist der Verein außerdem zur Umsatzsteuererklärung aufgefordert. Inzwischen hat sich das Team zu Buchhaltern, Sekretären, Telefonisten und Sachkundigen entwickelt – notwendige Positionen, um den Verein führen und somit Tierschutz betreiben zu können. Allerdings zollt der erhöhte Verwaltungsaufwand seinen Tribut. Inzwischen wurde die Zahl der Vermittlungshunde und damit auch die Zahl der vermittelten Hunde stark reduziert. Die Transporte der Hunde erfolgen nun fast ausschließlich mit einem zertifizierten Transportunternehmen per LKW. Im Jahr 2017 vermittelte das Team 260 Hunde in ein schönes Zuhause.

Fazit und Zukunftsaussicht

Im Laufe der Jahre kamen und gingen einige Teammitglieder. Tierheime, die der Verein unterstützte, schlossen, so auch das Tierheim Cieza, andere kamen dazu. Die eine oder andere Krise wurde gemeinsam gemeistert, Projekte wurden entwickelt und abgeschlossen. Momentan baut der Verein eine neue Auffangstation denn der lange und beschwerliche Weg in die Berge ist Herma langfristig nicht mehr zumutbar, sie wird auch nicht jünger.
Auch wenn es manchmal schwer ist und mit Sicherheit nicht einfacher wird, so haben wir nicht vor, in den nächsten Jahren aufzugeben. Wir werden weiter Hunde retten und ihnen zu einem schönen Zuhause verschaffen. Tierschutz ist nicht unser Hobby, sondern unsere Lebensaufgabe.

Philosophie und Ziele des Vereins

Der Mensch, als einzige und größte Bestie der Welt, ist der Auslöser allen Leids im Tierreich. Dieses Leid ist vielfältig und betrifft nicht nur die Art Hund, das ist uns bewusst. Warum wir gerade Hunden helfen wollen, liegt unserer Vereinsgeschichte zu Grunde.

Wir sind der Auffassung, dass der Mensch in der Pflicht steht, sich dem Elend der Tiere, die er für seine eigenen Zwecke domestiziert hat, anzunehmen. Das Streunerhundproblem ist menschengemacht. Während der Mensch immer noch gierig nach schöneren, kleineren, besser jagenden Weggefährten strebt und fleißig weiterzüchtet, werden am anderen Ende der Kette Tiere ins Tierheim verfrachtet, ausgesetzt oder umgebracht, die, auf welche Weise auch immer, nicht in sein Ideal passen. Sie vermehren sich unkontrolliert auf der Straße und ziehen durch Überpopulationen den Zorn der Anwohner auf sich. Verletzungen, Krankheiten, Hunger stehen an der Tagesordnung. Fakt ist, wenn sich an der Einstellung der Menschen (nicht nur im Umgang mit Hunden) nichts ändert, dann wird auch der Mensch bald zu Grunde gehen.

Wir sind bestrebt, in allen Bereichen verantwortungsvoll, transparent und seriös zu arbeiten. Dazu gehört für uns, den richtigen Hund an den richtigen Menschen zu vermitteln. Unser Ziel ist nicht, mit aller Macht so viele Hunde wie möglich nach Deutschland zu importieren und wenn es nicht passt, die Tierheime mit den Rückläufern zu überschwemmen. Daher setzen wir auf viele Gespräche, eine Vorkontrolle und möglichst detaillierte Beschreibungen der Hunde im Vorfeld. Um Hund und Haltern ein langes und glückliches gemeinsames Leben zu ermöglichen, ist uns auch die Aufklärung und der Umgang mit den sogenannten Reisekrankheiten besonders wichtig.

Dass alle Hunde vollständig geimpft, gechipt, im richtigen Alter bereits kastriert und mit ordnungsgemäßen Papieren nach Deutschland einreisen, ist selbstverständlich.

Wir sehen uns nicht als Verein, der sich seine gut vermittelbaren und gesunden Vermittlungshunde im Internet aussucht und bei der Vermittlung maximal eine kleine Ablöse an das spanische Tierheim zahlt. Auf unseren Vermittlungsseiten findet man neben kleinen süßen Wuscheln auch die großen schwer vermittelbaren Hunde, viele Jagdhunde sowie auch alte, kranke oder ehemals verletzte und operierte Hunde, die eine lange Genesungszeit in unserer Auffangstation genossen haben. Und natürlich gehen wir auch das Risiko und den erhöhten Arbeitsaufwand ein und arbeiten mit Pflegestellen in Deutschland um die Chancen auf ein schönes Zuhause für unsere Hunde zu erhöhen. Das alles verursacht eine Menge Kosten, die wir meist nicht durch die Schutzgebühren allein gedeckt bekommen. Wir sind also auf unsere regelmäßigen Spender angewiesen, um weiteren Hunde helfen zu können.

Trotz aller Widrigkeiten, manchmal stressigen Phasen oder anstrengenden Menschen, macht uns die Arbeit mit den Hunden enorm viel Spaß. Wir sind glücklich über jeden Hund, den wir beim Aufblühen in seiner neuen Familie zusehen dürfen und freuen uns über jeden noch so kleinen Erfolg. Solange wir können, werden wir für die Streunerhunde weiterkämpfen!